ZWeR 2018, 341

RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 2199-1723 Zeitschrift für Wettbewerbsrecht ZWeR 2018 AufsätzeMartin Sauermann*

Digitalisierung und unentgeltliche Angebote im Kartellrecht

Die Entwicklung der Internetökonomie hat in den letzten Jahren erheblich an Dynamik gewonnen. Begleitet wurde diese Entwicklung von einer Vielzahl innovativer Geschäftsmodelle. Dazu gehört eine Reihe von Geschäftsmodellen, die mit kostenlosen Angeboten und Grenzkosten von nahezu null einhergehen. Obwohl dies kein völlig unbekanntes und neues Phänomen im Kartellrecht ist, haben die letzten Jahre gezeigt, dass die Verbreitung dieser Geschäftsmodelle durch die Internetwirtschaft deutlich zugenommen hat und die Modelle komplexer geworden sind. Der Artikel analysiert daher diese Geschäftsmodelle. Einige der Modelle sind dauerhaft und andere nur temporär. Herausragend in diesem Zusammenhang sind sicherlich die Entwicklung von Plattformmärkten und nicht monetärer Kompensationsmodelle, die auf einer Datenbereitstellung oder auf der Aufmerksamkeit der Nutzer beruhen. Wie die Analyse zeigt, stellten diese Null-Preis-Geschäftsmodelle die Kartellbehörden vor neue Herausforderungen, da umsatzbasierte Fusionsanmelde- oder Marktmachtschwellen und etablierte Methoden der Marktdefinition ihre Grenzen erreichen, wenn es um kostenlose Angebote geht. Die Analyse zeigt jedoch auch, dass sich Gesetzgeber und Wettbewerbsbehörden an diese Entwicklung angepasst haben und auf diese Geschäftsmodelle differenziert reagierten. Ein aktuelles Beispiel ist die 9. GWB-Novelle, durch die neue Schwellenwerte für die Fusionsanmeldungen auf Basis des Transaktionswerts in das deutsche Wettbewerbsrecht eingeführt wurden. In dem Artikel wird allerdings auch darauf hingewiesen, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, um das etablierte Repertoire an ökonomischen Methoden an diese neuen Geschäftsmodelle anzupassen.

Inhaltsübersicht

  • I. Einleitung
  • II. Unentgeltliche Angebote in der Kartellrechtspraxis
    • 1. Unentgeltliche Märkte in der Fallpraxis
    • 2. Unentgeltliche Märkte in der Wettbewerbsökonomik
  • III. Geschäftsmodelle auf entgeltlosen Märkten
    • 1. Null-Preise als Teil einer Vertriebsstrategie
      • 1.1 Dauerhafte Geschäftsmodelle
        • 1.1.1 Plattformmärkte
        • 1.1.2 Komplementäre Produkte
        • 1.1.3 Premium-Upgrade-Strategien
      • 1.2 Nicht dauerhafte Geschäftsmodelle
        • 1.2.1 Predatory Pricing
        • 1.2.2 Freie Software
    • 2. Nicht monetäre Preise als Kompensation für Null-Preise
  • IV. Entgeltlose Märkte und aktuelle Entwicklungen des Kartellrechts
  • V. Schlussbemerkung
*
*)
Dr. rer. pol., Dipl.-Vw., M.A. (Maastricht), CFA, Bundekartellamt, Bonn. Der Beitrag gibt die persönliche Auffassung des Autors wieder, die nicht notwendigerweise mit der des Bundeskartellamts übereinstimmt.

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